Spracherkennung

Siri reift beim Kunden

Mat Honan kritisiert in einem Kommentar auf Gizmodo Apple’s Produktpolitik, bezogen auf das Spracherkennungsystem Namens Siri1. Mit dem Verkaufsstart des iPhone 4S im Oktober 2011 wurde Siri ausgerollt. Apple kennzeichnet den Service als im Beta-Status befindlich.

I’m sorry. Beta? Beta is for Google. When Apple does a public beta, it usually keeps it out of the hands of the, you know, public. It typically makes you go get betas. It doesn’t force them on you, much less advertise them. Not that it is an effective disclaimer for the vast buying public. For most people who see Apple’s ads, and buy iPhones, the word beta means nothing at all. It might be a fish, or a college bro.

Mat Honan

Diese Vorgehensweise entspricht tatsächlich nicht der von Apple gewohnten Produktpolitik. In der Vergangenheit hat das Unternehmen aus Cupertino großen Wert auf ausgereifte Technologien und bis ins Detail perfektionierte Komponenten gelegt. Apple’s Prototypen gehören zu den best behütetsten Geheimnissen der IT-Branche.
Mit der Entscheidung, ein als unfertig gekennzeichneten Service auf den Markt zu bringen, hat sich der Konzern sicher nicht leicht getan.

Ein derart komplexes Thema wie kontextsensitive Spracherkennung lässt sich jedoch nicht ausschließlich mit einer Hand voll IT-Experten perfektionieren. Ab einem gewissen Punkt muss ein solches System ausgerollt werden und aus dem Input der breiten Massen lernen. Sprache und ihre unzähligen Ausprägungen an sich stellt für die Computerindustrie bereits seit Jahrzehnten eine Herausforderung dar. Die Personalisierung und das Erkennen von Zusammenhängen steckt vergleichsweise noch in den Kinderschuhen.

Worse than its failure to understand my words is its failure to understand my meaning. Siri is often quite dumb. Sure, it will do what you tell it. But it doesn’t interpret or do nuance, even though that is exactly what Apple promises.

Mat Honan

Werbung dient seit jeher dazu, die Vorzüge eines Produktes in den Vordergrund zu stellen und die Nachteile zu verstecken. Apple ist keine Ausnahme. Grundsätzlich ist Siri ein ganzes Stück weiter als die Spracherkennungstools der Konkurrenz. Der logistische Aufwand zur Bereitstellung des Dienstes ist hoch und technische Schwierigkeiten nicht ausgeschlossen.

Wer zu den Nutzern der ersten Stunde gehören will, muss mit den Kinderkrankheiten leben.
Der Vorwurf, den sich Apple an dieser Stelle allerdings gefallen lassen muss, ist die explizite Bewerbung eines Produktes mit einem als unfertig gekennzeichneten Service2.