Agile Development. Jetzt wirklich.

Wer mit Begriffen wie Agile Development, Lean oder Scrum etwas anfangen kann, weiß auch, dass diese im Bereich der Softwareentwicklung inzwischen reichlich überstrapaziert sind. Hinter jedem der Buzzwords verbirgt sich das Versprechen, Softwareprojekte erfolgreich realisieren zu können; vereint in dem Anspruch hoch flexibel und dennoch strukturiert zu sein.

Overhead

Literatur zu den Themen gibt es wie Sand am Meer. Ein Buch dicker als das Andere. Aber genau da liegt für mich das Problem. Konzepte wie Scrum lassen sich nicht beiläufig in 10 Minuten erklären. Dabei ist es für ein Managementkonzept wichtig, dass Regeln so einfach wie möglich von allen Beteiligten zu verstehen sind und angewendet werden können.
Zudem spielt das Management in Scrum und Co. eine viel zu zentrale und gewichtige Rolle. Flexibel sind die Modelle, insbesondere in kleinen oder schnell wachsenden Teams, nur bedingt.

Kultur statt Management

Richtig anfreunden konnte ich mich mit den Big Playern der Softwareentwicklungsmethoden nie. Deshalb war ich überrascht, als ich zufällig über ein mir bis dato unbekanntes Konzept gestolpert bin wurde. In der 174 Folge des Geekweek Podcasts1 berichtet Mustafa K. Isik2 von der Spotify engeneering culture.

Auf dem Spotify Labs Blog findet sich ein liebevoll gestaltetes, zweiteiliges Video, in dem die Geschichte von und das Konzept hinter der Spotify engeneering culture erklärt wird.34

Zugegeben

Das ganze Konstrukt ist sehr stark auf die Bedürfnisse und Gegebenheiten des Unternehmens Spotify zugeschnitten. Insbesondere die Organisation der kleinen Teams, Squads genannt, orientiert sich im Wesentlichen an den spezifischen Endprodukten.
Nichts desto trotz gefällt mir der Ansatz und die Struktur ausgesprochen gut. Vor allem die zweidimensionale Ausrichtung der einzelnen Rollen bzw. Teammitglieder in Squads und Chapter ist eine interessanter Sichtweise, die Fähigkeiten und das Wissen jedes Individuums optimal und auf verschiedenen Ebenen einzubringen. Das Atomarisieren von komplexen Zielen in viele kleine Teilaufgaben vereinfacht den gesamten Prozess und sorgt für mehr Erfolgserlebnisse. Nicht zuletzt das ausdrücklich erwünschte Machen von Fehlern lässt das Konzept innovativ sein. Denn aus Fehlern die früh gemacht, kann schließlich schnell gelernt werden.

tl;dr

Allen, die sich für das Thema Softwareentwicklungsmethoden interessieren und Scrum zu den Ohren raus hängt, sei die Spotify engeneering culture ans Herz gelegt.